Ach du Schrecke!

Die Gespenstschrecke

Die Stabschrecke



 

Skurril und unwirklich ist die Körpergestalt der Gespenstschrecke . Eine ganze Insektenordnung verdankt ihren Namen der bizarren Gestalt ihrer
Mitglieder. Gemeint sind die subtropischen bis tropischen Gespenstschrecken . Diese Pflanzenfresser sind nicht mit unseren Heuschrecken
verwandt. Auch die Stabschrecke gehört dieser Insektenordnung an.

Heimat und Lebensraum


Die Gespenstschrecke ist in Waldgebieten Ostaustraliens (Queensland, New South Wales)  Die Insekten leben in immergrünen Eukalyptuswäldern mit hohen Niederschlagsmengen und frostfreiem Klima und
ernähren sich von deren Blättern. Die Gespenstschrecke ist weit verbreitet, aber nirgendwo häufig.

Haltung und Pflege


Gespenstschrecken werden bei leicht erhöhter Zimmertemperatur (20 - 25°C) in Terrarien gehalten. Das Terrarium sollte dreimal höher sein als das Tier lang ist, da die Tiere platz für die Häutungen brauchen. Zur Entwicklung der Eier ist mehr Wärme erforderlich (25 - 30°C). Sie werden gesondert gehalten. Als Bodengrund eignet sich Einstreu oder Holzspäne. Da Einstreu leicht schimmeln kann, sind Holzspäne vorzuziehen. Die Terrarien wände müssen mehrmals täglich befeuchtet werden. Besonders die Erstlarven trocknen leicht aus. Die Gespenstschrecke ist kein Nahrungsspezialist. Sie wird mit Brombeer-, Himbeer-, Johannisbeer-, Rosen-, Eichen-, Buchen-, Rotdorn-, Weißdorn- oder Eucalyptusblättern gefüttert. Die Zweige werden in wassergefüllte Gläser gestellt, so dass sich die Tiere an die Zweige hängen und fressen können. Die Zweige werden so in die Gläser gestellt, dass kein Tier hinein gelangen und ertrinken kann. Es sollten nicht zu viele Tiere in einem Terrarium gehalten werden, da sonst Probleme bei der Häutung auftreten können. Um den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus herzustellen sollte man eine leichte Beleuchtung einsetzen. Die tägliche Beleuchtungsdauer sollte ca. 10 - 12 Stunden betragen.

Verhalten


Gespenstschrecken eignen sich gut für Verhaltensstudien. So lassen sich das Tarnverhalten, Abwehrreaktionen, Fluchtreaktionen, Haft- und Klammerreflexe, der Totstellreflex und das Paarungsverhalten beobachten. Gespenstschrecken besitzen die interessante Fähigkeit, bei großer Gefahr ein Bein abzuwerfen . Zwischen zwei Beingliedern ist zu diesem Zweck eine Bruchstelle vorgebildet.

Körpermerkmale


Beine und Rumpf der Gespenstschrecken sind stachelig und flügelartig verbreitert. Die bizarre Körperform dient zur Tarnung und Warnung anderer Tiere. Das Weibchen ähnelt einem bestacheltem Blatt, das Männchen sieht einem stacheligen Zweig ähnlich . Männchen und Weibchen lassen sich folgendermaßen unterscheiden:
Das Männchen ist ausgewachsen 8-10cm lang, dünn und stabförmig. Sein Kopf ist klein und die Fühler lang. Es kann langsam, aber ausdauernd fliegen. Es wiegt ca. 2,2g.
Das Weibchen wird 10-12cm lang. Sein Körper ist dick und walzenförmig. Der Hinterleibsdurchmesser beträgt ca. 2cm. Sein Kopf ist größer als der des Männchens und die Fühler sind kürzer. Das Weibchen kann nicht fliegen. Es ist ca. 18g schwerer als das Männchen.
Die Fußglieder tragen Krallen und Haftballen, die mittels eines Sekrets eine große Adhäsionskräfte entfalten. Sie können mittels diesen Sekrets an Glasscheiben hochklettern.

 

Entwicklung


Gespenstschrecken können sich zweigeschlechtlich oder eingeschlechtlich (parthenogenetisch) fortpflanzen (Jungfernzeugung). Bei der bei Phasmiden häufigen Jungfernzeugung entwickeln sich Nymphen aus unbefruchteten Eiern. Die Nachkommen sind dann mit der Mutter genetisch indentisch. Die Weibchen lassen die Eier, die hartschaligen Pflanzensamen ähneln, einfach zu Boden fallen. Die Embryonalentwicklung dauert je nach Luftfeuchtigkeit und Temperatur 3 - 7 Monate. Die ausgeschlüpften Larven sind ameisenähnlich. In 4 - 5 Häutungsschritten wächst die Larve zum ausgewachsenen Tier heran. Da in der Entwicklung ein Puppenstadium nicht auftritt, ist die Metamorphose unvollkommen. Bei der Zweigeschlechtlichen Vermehrung gehen ungefähr genauso viele Männchen wie Weibchen hervor.

Merkmale

 Die Tiere lassen sich bei Berührung oft fallen und liegen dann für Stunden wie tot am Boden. Bei Tag verharren sie oft regungslos am gleichen Standort. Die Stabschrecken sind dämmerungs- und nachtaktiv. Bei Nacht gehen sie auf Nahrungssuche

Ernährung

Stabschrecken sind Pflanzenfresser. Brombeer- und Himbeerblätter und das Laub anderer Pflanzen wie Hasel, Hainbuche, Efeu und Brennnessel. Flüssigkeit wird hauptsächlich über die Nahrung aufgenommen. Werden die Blätter mit einem Zerstäuber mit Wasser besprüht, kann man sehen wie die Tiere die Tropfen trinken.

Fortpflanzung und Entwicklung

Die Tiere werfen meist nachts ihre Eier, die nicht befruchtet werden müssen, einzeln auf dem Boden ab. Sie legen bis zu drei Eier am Tag und etwa 1.200 Stück in ihrem Leben. Davon überleben meist in der Natur nur 100 Tiere. Die Eier sind hartschalig und erinnern in Form und Farbe an Pflanzensamen. Je nach Temperatur schlüpfen nach 2,5 bis 4 Monaten die kleinen Stabschrecken aus den Eiern. Bei 23°C geschieht dies nach etwa 80 Tagen und bei 16 bis 18 °C nach ungefähr 14 bis 20 Wochen. Die geschlüpften Stabschrecken werden auch als Nymphen bezeichnet. Die Entwicklung von der Nymphe bis zur Imago dauert drei bis acht Monate. In dieser Zeit häutet sich die Stabschrecke vier bis fünf Mal. Die Temperatur während der Eientwicklung entscheidet ob das Tier männlich oder weiblich wird. Wenn man ein bis zwei Wochen lang das Ei einer Temperatur von ungefähr 30 °C aussetzt entstehen öfter Männchen oder Intersexe. Wenn eine Stabschrecke intersexuell ist, tritt es z. B. als Männchen auf, hat aber weibliche Geschlechtsmerkmale oder umgekehrt.

Terrarienhaltung

Diese Phasmiden lassen sich sehr gut in einem Terrarium halten und sind auch für Anfänger bestens geeignet. Die Indische  Stabschrecke kann problemlos mit der Australischen Gespenstschrecke zusammen gehalten werden.

Zuchtbedingungen

 

Die Indischen Stabschrecke benötigt wenig Licht. Temperaturen von 18 bis 22 °C lassen die Zucht gut gedeihen. Je wärmer es wird, desto mehr vermehren sich die Insekten auch. Die Tiere haben gerne eine gute Luftfeuchtigkeit in ihrem Gehege. Auch aus diesem Grund sollte man das Gehege mit dem Wasserzerstäuber besprühen. Die Jungtiere sind sehr klein und können durch jeden noch so kleinen Spalt kriechen!

Die Größe des Terrariums sollte mindestens 60 Zentimeter hoch, 30 Zentimeter lang und 30 Zentimeter breit sein. Als Bodensubstrat kann man reine, ungedüngte Gartenerde verwenden, die immer leicht feucht gehalten werden sollte.. Die Nahrung für die Stabschrecken sollte man jede Woche auswechseln. Sogar im Winter findet man noch überall Ranken von Brombeere und Himbeere. Die Tiere sollte man jeden Abend besprühen um die Luftfeuchtigkeit hoch zu halten, da sich die Tiere sonst schlecht häuten können. Licht oder zusätzliche Wärme benötigen die Schrecken nicht, die Zimmertemperatur reicht völlig aus.

 

Phasmatodea bzw. Phasmida  leitet sich aus dem Griechischen von phasma für Gespenst ab, die die Tiere aufgrund ihrer Tarnung „wie Gespenster aus dem Nichts“ erscheinen.
Viele Phasmiden ahmen in ihrem Aussehen Pflanzenteile nach. Dadurch entstand

 Die stabförmigen Ast- und Blattrippennachahmer - Stabschrecken
 Robust gebaute Rinden- und Bodenbewohner - Gespenstschrecken
 Stark abgeflachte Blattnachahmer mit blattartig verbreiteten Beinen - Wandelnde Blätter

Die Verwandtschaftsverhältnisse der verschieden Phasmidengruppen untereinander wird heiß diskutiert. Fest steht, dass die Phasmiden im weiteren Sinne eine sehr alte Insektengruppe darstellen und in Folge dessen auch einen langen evolutiven Weg hinter sich gebracht haben. Aus baltischem Bernstein (40 – 50 Millionen Jahre alt) sind Stabschrecken und aus der Grube Messel (ca. 47 Millionen Jahre alt) ist ein Fossil eines männlichen „Wandelndes Blattes“ bekannt, welche heute lebenden Arten bereits zum Verwechseln ähnlich sehen. In Solnhofener Platten (Spätes Jura, Kimmeridgium, zwischen 155,7 bis 150,8 Millionen Jahre alt) haben sich die Umrisse einer Stabschrecke erhalten, die ebenfalls den heutigen Stabschrecken zum Verwechseln ähnelt. Vielleicht sind die heutigen Phasmiden nur die Reste einer einstmals viel formenreicheren, weit verbreiteten Gruppe. Man schätzt, dass heute noch etwa 3000 bis 3500 Arten Phasmiden existieren.
Neben dem Formenreichtum ist diese Gruppe auch durch die enorme Größe vieler ihrer Mitglieder für die Terraristik attraktiv. Die Durchschnittsgröße der Phasmiden liegt bei etwa 8 bis 12 cm, wobei die kleinsten Arten immerhin noch 2 bis 3 cm und die längsten Arten dafür eine Körperlänge von über 30 cm erreichen (Acrophylla, Achrioptera, Eurycnema, Phanacia u. a.) Damit zählen die Phasmiden zu den längsten (größten) rezenten Insekten überhaupt.


Nun aber einige generelle Anmerkungen zur Haltung und Zucht
Die Phasmiden können je nach Feuchtigkeitsbedürfnis der betreffenden Art in Glas- (Kunststoff-) Terrarien oder in Holzrahmen-Gazebehältern gehalten werden. Ihre meisten Arten lassen sich problemlos bei 25° bis 30º C tagsüber und zumindest 20º C bei Nacht halten. Eine besondere Beleuchtung ist meist nicht notwendig, normale Leuchtstoffröhren, Stromsparlampen oder Halogenstrahler können aber ohne Bedenken verwendet werden. Überflüssig ist das Verwenden weiter Terrarientechnik wie UV-Strahler, Heizmatten oder Heizdrähte. Dadurch und durch die preisgünstige Nahrungsbeschaffung sind Phasmiden sicherlich die im Unterhalt günstigsten Terrarienbewohner.

Eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit sollte – sofern für die Art notwendig - durch eine stets feucht zu haltende Substratschicht (Sand, Erde, Laubstreu, usw.) gewährleistet werden. Zudem sollten viele Arten regelmäßig (täglich bis wöchentlich, je nach Ursprungsbiotop) mit zimmerwarmen Wasser besprüht werden.
Zum Futter: Alle Phasmiden sind reine Pflanzenfresser. Es eignen sich die Grundfutterpflanzen Rubus (Brom- und Himbeerarten), Eiche und Buche zur Ernährung der meisten Arten, wobei Brombeere meist vollkommen ausreicht. Die Pflanzen werden in einer Vase frisch gehalten und ausgewechselt, wenn sie abgefressen sind

Zur Terrariendekoration: Es passen natürlich vor allem Zweige, Äste und Rindenstücke, mit denen man auch Rück- und Seitenwände verkleinern kann. Zierpflanzen eignen sich jedoch meist nicht, da sie angefressen werden können, was mitunter auch für die Insekten schädlich sein kann. Da vor allem Stabschrecken Baum- bzw. Strauchbewohner sind, können hier in größeren Terrarien Bodendecker wie Ficus pumila verwendet werden.
Zur Zucht: Phasmiden legen im Vergleich zu anderen Insekten sehr große, dickschalige und in vielen Fällen bizarr geformte Eier, die entweder einfach fallengelassen, in oder an ein Substrat gedrückt (Boden/Moos) oder geheftet (Rinde) werden. Die Zeitigung der Eier erfolgt von Art zu Art unterschiedlich und muss beim Züchter erfragt werden. Meist werden sie aber einfach in einer kleinen Box auf feuchten Untergrund gelagert. Die Dauer der Embryonalentwicklung ist artspezifisch und kann zwischen zwei Monaten und über einem Jahr liegen. Die schlüpfenden Larven gleichen bereits den adulten Tieren (hemimetabole Metamorphose) und wachsen über meist fünf (Männchen) bzw. sechs (Weibchen) Häutungen zum Vollkerf heran, was artspezifisch zwischen vier Monaten und einem Jahr dauern kann. Die adulten Tiere leben häufig zwischen drei Monaten und einem halben Jahr. Manche Arten können aber auch mehrere Jahre alt werden.


Haltung:
Die Unterbringung erfolgt in geeigneten Terrarien (Standart-Terrarien) oder sog. Raupenkästen. Die Mindesthöhe liegt bei 40 cm. möchte man die Eier bis zum Schlupf im Terrarium belassen, sollte Terrarienhumus zumindest 3 cm hoch eingefüllt und stets feucht gehalten werden. Bei vielen arten genügen aber auch flache Schalen mit Terrarienhumus zu Eiablage. Sand ist als Bodensubstrat für Phasmiden meist ungeeignet - insbesondere, wenn dieser ganz austrocknet, können sich die Phasmiden bei Häutungen oder beim Schlupf aus dem Ei am Sand verletzen.
Neben der Verkleidung der Rück- und Seitenwände eignen sich einige trockene Zweige oder Borkenstücke zur Dekoration. Pflanzen eignen sich nicht zu Dekoration, da sie von den Tieren angefressen werden und diese vergiften können (eigenes Gift oder Insektizide). Die erforderlichen 25°C können durch eine Leuchtstoffröhre oder durch eine Energiesparlampe erzielt werden.

                                                   

Es gibt ca. 2600 bekannte Stabschrecken, Gespenstschrecken und Wandelnde Blätter, eine Gattung auch in Europa.
Die kleinste Art misst 5 mm, die größte Art kann 35 cm Körperlänge erreichen, die schwersten, wiegen 50 g.

Die Eier, die genau so verschieden aussehen wie die Tiere selbst, sind relativ hart und haben alle einen "Deckel" der beim Schlupf abgesprengt wird.
Die Tiere ahmen die Gewächse nach auf denen sie leben (Mimese).
Die Mimese (gr.mimesis „Nachahmung“) ist die Nachahmung von unbeweglichen, zum Teil leblosen Objekten wie Steine, Pflanzenteile wie Blätter und Zweige, oder tierischen Objekten zur Überlistung von Fress feinden.
Es gibt welche, die aussehen wie kleine Äste, andere haben die Form und Farbe von Blättern, wieder andere sind von der Rinde der Bäume nicht zu unterscheiden. Als zusätzlichen Schutz ahmen sie auch Windbewegungen nach. Wandelnde Blätter sind so gut getarnt, das sie manchmal von anderen Tieren angefressen werden.

 

Einige Arten haben an Ihren Gliedern Sollbruchstellen, bei denen sie sich bei Bedarf von Ihren Gliedern trennen können. Diese werden bei der nächsten Häutung ersetzt.
Die meisten Phasmiden haben die Fähigkeit Ihre Beine zu regenerieren, das heißt abgeworfene oder verlorene wachsen wieder nach.
Bei jungen Nymphen meist vollständig, bei älteren bleiben sie meist kürzer.
Bei der ersten Häutung nach dem Verlust bleibt meist ein geringeltes Bein, bei der nächsten Häutung ist es dann vollständig.
Bei jüngeren Nymphen meist vollständig, bei älteren Nymphen bleibt das Regenerat meist kürzer. Bei ausgewachsenen Tieren kann nichts mehr nachwachsen

Stab,- und Gespenstschrecken zu halten ist ein faszinierendes Hobby, wenn man einige Dinge beachtet, sind sie einfach zu halten und der Pflegeaufwand ist gering.

Sechs Monate und sieben Häutungen brauchen die Weibchen, um das Erwachsenenstadium zu erreichen. Gespenstschrecken haben eine Lebenserwartung von acht bis zwölf Monaten.

Rechtschreibfehler sind dazu da, solchen die danach suche, auch was zu bieten.